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Naturschutz
heute Ausgabe 4/99 vom 5. November 1999
Mit Brief und Siegel
Geprüfter
Natur- und Landschaftspfleger, ein neuer Naturschutzberuf.
von Günter Mitlacher,
E-Mail mitlacher-consulting@t-online.de
Gut 10.000 Berufs-Naturschützer
gibt es in Deutschland, die meisten sind Biologen oder Landschaftsplaner,
andere sind Umweltpädagogen, Geografen oder Juristen. Um Naturschutz
zum Beruf zu machen, muss man also in der Regel studiert haben. Das soll
nun anders werden, denn nach langer Vorbereitung wurde ein neuer Naturschutzberuf
geschaffen: der/die Geprüfte Natur- und Landschaftspfleger/in. Die
640 Stunden umfassende Fortbildung führt zum ersten nichtakademischen
Berufsabschluss im Naturschutz.
Grundlage der
Fortbildung sind Ausbildungsberufe der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft.
Auch Personen, die einen anderen Ausbildungsberuf gelernt haben, also
zum Beispiel Handwerker, kaufmännische, soziale und erzieherische
Berufe, und in Naturschutzverbänden aktiv sind, können die Fortbildung
besuchen. Für die Tätigkeit als Geprüfter Natur- und Landschaftspfleger
sollte man ein ökologisches Grundverständnis und praktische
Erfahrung über Monate, besser noch Jahre mitbringen.
Zivildienstleistende,
Absolventinnen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) und
jahrelang ehrenamtlich Aktive im NABU haben also gute Chancen, zur Fortbildung
zugelassen zu werden.
Einsatzbereiche
der Natur- und Landschaftspfleger sind vor allem
– die Betreuung
und Überwachung in Schutzgebieten, von Nationalparks und Biosphärenreservaten
bis hin zu empfindlichen Naturschutzgebieten,
– die Information,
Aufklärung und Bildung von Besuchern in Naturschutzstationen und
Informationszentren,
– die Durchführung
von Landschaftspflegearbeiten sowie Hilfsmaßnahmen für geschützte
und gefährdete Arten und Biotope, zum Beispiel im Auftrag der örtlichen
Naturschutzbehörden.
Das sind alles
Arbeiten, die auch beim NABU anfallen, ob in den Informationszentren des
Bundesverbandes und der Landesverbände, in den Naturschutzstationen
der Kreisgruppen oder bei den zahlreichen Biotoppflegeeinsätzen der
NABU-Gruppen.
Inzwischen haben
die ersten Absolventen ihre Prüfung abgelegt. Wie sieht es also mit
Arbeitsstellen aus? Leider (noch) schlecht – und da ist der NABU als potentieller
Arbeitgeber keine Ausnahme. Bislang werden nämlich diese Tätigkeiten
in Verbänden der Kosten wegen vorwiegend von Zivildienstleistenden
ausgefüllt. Das belegt die vor kurzem abgeschlossenen Studie des
Autors zu den Beschäftigungsmöglichkeiten für Geprüfte
Natur- und Landschaftspfleger. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 500
Beschäftigte mit diesem Berufsbild, vorwiegend in Großschutzgebieten
als Naturwacht oder Nationalparkwacht.
Ob in Zukunft
fachlich qualifizierte Natur- und Landschaftspfleger in der Schutzgebietsbetreuung,
Informationsarbeit und Naturschutzbildung des NABU eingesetzt werden können,
darf nicht nur eine Frage des Geldes sein. Schließlich geht es um
wichtige Aufgaben der Bewusstseins- und Akzeptanzbildung für den
Erhalt der Natur und um eine fachgerechte Biotop- und Landschaftspflege,
die oft in behördlichem Auftrag und mit Steuergeldern durchgeführt
wird. Angesichts der Tatsache, dass die Zivildienststellen weiter gekürzt,
verteuert und organisatorisch aufwendiger werden, könnten ausgebildete
Natur- und Landschaftspfleger künftig eine sinnvolle ökonomische
und organisatorische Alternative sein.
Eine ausführliche
Broschüre zum neuen Fortbildungsberuf ist erhältlich beim Bundesverband
Beruflicher Naturschutz, Konstantinstraße 110, 53179 Bonn.
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Ausbildungsträger
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Prüfungsstruktur
Erfahrungsbericht
Ausbildung
Naturschutz heute,
Ausgabe 4/99 vom 5. November 1999
Inhaltsverzeichnis Ausgabe
4/99
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