Naturwachtblätter


Verbandsmitteilungen Oktober 2002

Vorwort

Neues vom Vorstand

Der neue Vorstand

Erstes Landestreffen der "Geprüften Natur- und Landschaftspfleger" in Mecklenburg-Vorpommern

Elche in der Lausitz

IRF-Neuigkeiten (August 2002)

TOPAS-Projekt

Vierter Weltkongress in Australien

In eigener Sache

Rangerhüte

"Walden oder Leben in den Wäldern"

"ArcView-Kochbuch"

Impressum


Liebe Mitglieder, KollegInnen und Freunde des Verbandes,

keineswegs vergessen haben wir das Erscheinen unserer Naturwachtblätter. Der Sommer und mittlerweile auch der Herbst haben sich mit vielfältigen Ereignissen und Aktivitäten vor die Erinnerung an den Frühling geschoben, aber für diejenigen, die nicht dabei waren, möchte ich noch einmal an das achte Bundesweite Naturwacht-Treffen in Schneverdingen erinnern, welches im März stattfand.

Das Thema war Interpretation als Methode der Kommunikation, und mit dem Referenten Thorsten Ludwig trafen wir die richtige Wahl. Nicht nur war das Thema eines derjenigen, welches die Naturwacht hauptsächlich beschäftigt. Auch die Art der Bearbeitung durch Herrn Ludwig traf genau den richtigen Ton. Ich hörte ausschließlich zustimmende und begeisterte Kommentare, und auch für mich selbst war das Seminar ein Zugewinn an Wissen, besonders was die Art des Herangehens an die Gestaltung einer Führung betrifft. Das Treffen bestärkte uns in unserem Bemühen, auch zukünftig solche jährlichen Weiterbildungsveranstaltungen für die Naturwacht-MitarbeiterInnen Deutschlands zu organisieren. Auch noch aus einem anderen Grund: die sehr intensiven Gespräche und persönlichen Kontakte während der Tagungszeit sind enorm wichtig für die Entwicklung des Zusammenhalts der KollegInnen innerhalb der kleinen Berufsgruppe. An dieser Stelle nochmals Dank an EUROPARC Deutschland, denn die unbürokratische finanzielle Unterstützung des Verbandes war Voraussetzung für die Realisierung unseres Treffens.

Ein Schritt hin zu besserem Selbstverständnis und zu wirkungsvoller Außendarstellung ist die Entwicklung einer Image-Broschüre. Dazu stellt der Bundesverband einen Antrag an das Bundesamt für Naturschutz, denn selbstverständlich kosten solche Vorhaben auch Geld. Der Antrag ist bereits gut qualifiziert und soll noch in diesem Jahr eingereicht werden.

Verbesserte Außendarstellung und gezielte Information sind auch die Absicht, die hinter unserem neuen kleinen Faltblatt steckt. Mit personeller und finanzieller Unterstützung der Stiftung EURONATUR ist es gelungen, etwas Neues zu erarbeiten, bei den Naturwacht-Blättern findet jeder zwei Exemplare zu seiner Verwendung. Bei Bedarf können weitere Faltblätter bei mir oder bei unserer Geschäftsführerin Heike Flemming angefordert werden.

Und noch eine Neuigkeit: seit einiger Zeit läuft ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Bundesweite Stoffplanempfehlung für den Fortbildungsberuf Geprüfte/r Natur- und Landschaftspfleger/in“. Hier liegt jetzt der Entwurf des Schlussberichtes vor. An den umfangreichen Arbeiten, die in der Bayrischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege koordiniert und geleitet wurden, ist auch unser Mitglied Günter Mitlacher maßgeblich beteiligt. Für uns bedeutet es, dass es nach Abschluss des Projekts einheitliche Fortbildungsempfehlungen geben wird, die bundesweit Anwendung finden sollen. Für problematisch halte ich es nach wie vor, zwei unterschiedliche Berufsbilder in einem vereinigen zu wollen, selbst wenn es viele Schnittstellen und auch gemeinsame Inhalte gibt.

Abschließend wieder einmal an alle die Bitte: Nehmt teil an der Gestaltung des Verbandslebens, beteiligt euch an den Naturwacht-Blättern mit eigenen Beiträgen. Was für einen selbst ganz gewöhnliches Tagesgeschehen bedeutet, ist für andere vielleicht hochinteressant. Und die Möglichkeit der Information über dieses bundesweit wirkende Medium sollten wir mehr als bisher nutzen.

Allen Mitgliedern, KollegInnen, Freunden und Lesern noch einen schönen Spätherbst,

herzlich, Beate Blahy (1. Vorsitzende)

 

Aus dem Verbandsleben


Neues vom Vorstand

Am 21. März 2002 traf sich der Vorstand des Bundesverbandes Naturwacht e.V. zu seiner turnusmäßigen Beratung in Schneverdingen. Als Gast wurde Günter Mitlacher, Mitglied im Bundesverband, begrüßt. Die Geschäftsführerin gab den Kassenbericht und wies gleichzeitig darauf hin, dass die Kassenprüfung durch Herrn Schnabel und Herrn Mitlacher vorgenommen wurde. Beide Prüfer hatten keine Beanstandungen. Heike Flemming berichtete über die angefallenen Ausgaben und Einnahmen, und es konnte eine gute Finanzlage des Bundesverbandes festgestellt werden. Die Vorsitzende gab den Jahresbericht des zurückliegenden Jahres. Auf mehreren Fachtagungen war der Bundesverband durch Vorstandsmitglieder vertreten. Die Zusammenarbeit mit EUROPARC ist gut, der Kontakt in andere Schutzgebiete dadurch erleichtert. Es bleibt eine große Aufgabe des Bundesverbandes, die beruflichen Interessen besonders auf überregionaler und politischer Bühne anzumelden und zu vertreten. Das bedeutet, dass es trotz des damit verbundenen Aufwands unumgänglich ist, an wichtigen Veranstaltungen teilzunehmen und die eigenen Standpunkte darzustellen.

Die Vorbereitung der Mitgliedsversammlung am  22.03.02 nahm einige Zeit in Anspruch, denn in diesem Jahr war der Vorstand neu zu wählen. Vorstandsmitglied Jürgen Holzhausen hatte Neuigkeiten in Sachen Ranger-Hut. Er bemühte sich ursprünglich um eine Bestellung von Hüten bei der Firma Grube. Deren Preisgestaltung war aber weit jenseits unserer Vorstellungen, so suchte und fand er ein günstigeres Angebot in Übersee. Eine amerikanische Firma bietet Rangerhüte zu einem Preis von unter 50,- € an, (Bestellungen sind am 22.03.02 aufgenommen worden, nachträgliche Anfragen bitte an Jürgen Holzhausen direkt) so dass wir uns dafür entschieden. Die Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes passiert zum einen über die Mitglieder selbst, zum anderen brauchen wir natürlich auch attraktive Informationsmöglichkeiten auf anderen Wegen. Inzwischen liegt das neue Faltblatt wie schon erwähnt vor. Wir suchen noch immer eine Möglichkeit, im Internet mit einer eigenen Seite präsent zu sein, bisher wollte hier niemand aktiv werden. Das Verbandstreffen des kommenden Jahres wurde vorbesprochen. Es wird vom 9.-11.04.03 in der Bayrischen Akademie für Natur- und Landschaftspflege stattfinden. Bis dahin sind noch einige Vorbereitungen zu treffen. Noch einmal wurde an das große internationale Rangertreffen in Australien erinnert. Es wird vom 21.-28. März 2003 im Wilsons Nationalpark im Bundesstaat Victoria, Australien, stattfinden. Dies ist auch der Grund für den in den April geschobenen Termin unseres Verbandstreffens. Wegen des Währungswechsels zum Jahresbeginn haben wir den Beitragssatz der Mitglieder des Bundesverbandes auf nunmehr 30,-€ festgelegt.

Der neue Vorstand

Am 22.03.02 wurde in Camp Reinsehlen, Schneverdingen, während der jährlichen Mitgliederversammlung die Wahl des neuen Vorstands für die kommenden drei Jahre durchgeführt. Rainer Schmahl, seit Gründung des Verbandes zuverlässiger Mitarbeiter in der Verbandsarbeit, erklärte, aus persönlichen Gründen nicht erneut für die Arbeit im Vorstand zur Verfügung zu stehen. Wir danken Rainer sehr herzlich für die Jahre der guten und angenehmen Zusammenarbeit! Heike Flemming, Jürgen Holzhausen, Roland Ertl und ich selbst kandidierten erneut. Neu hinzu kam Carsten Wagner, tätig im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Die Mitgliederversammlung wählte die angetretenen Kandidaten mit großer Zustimmung, als Vorsitzende wurde wiederum Beate Blahy gewählt. Heike Flemming setzt die Geschäftsführertätigkeit fort, damit erledigt sie den Großteil der im Hintergrund ablaufenden Vorgänge des Vereinslebens, die viel Arbeit machen und wenig Ruhm einbringen. Einen besonderen Dank dafür auch an sie.

 

Aus den Schutzgebieten


Erstes Landestreffen der „Geprüften Natur- und Landschaftspfleger“ in Mecklenburg-Vorpommern

Um es gleich vorwegzunehmen: den Rangern in Mecklenburg-Vorpommern fällt es zunehmend schwerer, sich für ihre Arbeit zu motivieren. Schade ! Doch warum eigentlich ?

Sicher hat die Zusammenlegung von Forst und Naturschutz zum „Großamt für Forsten und Großschutzgebiete“ viele Vorteile gebracht. Die Möglichkeit ist gegeben, in der gemeinsamen Arbeit Konfliktpotential abzubauen. Denn schließlich sollten sich doch gerade die Mitarbeiter der Forstverwaltungen immer mehr in der Rolle des NaturSCHÜTZERS sehen, weniger in der des NaturNUTZERS! Erhalten doch die ökologischen und Erholungsfunktionen der Wälder (endlich!) einen immer höheren Stellenwert – nicht nur in den Großschutzgebieten! Da sehe ich einen positiven Trend, doch es ist eine Entwicklung.

Allerdings schaffen es viele ehemalige und aktive Forstwirte nur sehr schwer, in die Rolle des „Rangers“ hineinzuwachsen. Als einen wahrscheinlichen Grund dafür sehe ich die Verteilung der Prioritäten der Arbeitsaufgaben und die sehr unterschiedliche Weiterbildung der Ranger und Forstwirte in den Schutzgebieten.

In einem Schutzgebiet soll sogar der Leiter (!) eine Weiterbildungswoche mit den Worten eröffnet haben: „Gern sehe ich euch nicht hier sitzen. Mir wäre es lieber, ihr würdet mit der Motorsäge in der Hand Werte erwirtschaften. Im nächsten Jahr stehen für die Weiterbildung auch nur noch 2-3 Tage zur Verfügung.“ Sprach’s und verschwand...

Dies steht im krassen Gegensatz zu dem in Mecklenburg-Vorpommern angebotenen qualitativ und quantitativ sehr hochrangigen und anspruchsvollen Lehrgang zum „Geprüften Natur- und Landschaftspfleger“.

Umso erfreulicher, daß das „Großamt für Forsten und Großschutzgebiete“ ein Treffen der ersten drei Absolventenjahrgänge organisiert hat. Es fand vom 3. bis zum 4. Mai 2002 im Jugendwaldheim Steinmühle im Naturpark „Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See“ statt.

Folgende Themenschwerpunkte dominierten die Veranstaltung:

Eingeladen hatte Tom Polte, der Leiter der „Landeslehrstätte für Naturschutz und Forsten“ und dem Aufruf folgten 15  „Geprüfte Natur- und Landschaftspfleger“ – immerhin 1/3 der bisherigen Absolventen.

Die sehr konstruktive und kameradschaftliche Atmosphäre begann beim abendlichen Grillen, das die Veranstaltung einleitete. Sie setzte sich bei den Workshops und der abschließenden Exkursion fort. Ausgetauscht wurde sich über die doch sehr unterschiedlichen Probleme bei der Dienstausführung in den verschiedenen Schutzgebieten, über persönliche Erfahrungen und Erlebnisse sowie über Wege der Motivation.

Einig waren wir uns, dass die Fortbildung für den täglichen Dienstalltag ungemein wertvoll war, jedoch eine Anerkennung durch Vorgesetzte kaum erfolgt. Es wird kein gezielter Einsatz der „Geprüften Natur- und Landschaftspfleger“ realisiert oder angestrebt.

Bei einem „Brainstorming“ stellten wir fest, was uns bei der Ausbildung besonders wichtig erschien. An vorderster Stelle standen hierbei Ökologie, die Vermittlung von Artenkenntnissen, Kommunikation sowie theoretische und praktische Grundlagen des Naturschutzes.

Zu kurz gekommen sind unserer Meinung nach der Umgang mit Ordnungswidrigkeiten, praktische Besucherführung sowie landschaftstypische und kulturgeschichtliche Zusammenhänge in Mecklenburg-Vorpommern. Probleme gab es auch mit dem Stoffgebiet Praktische Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Der Mangel an qualifiziertem Ausbildungspersonal wurde hierfür als Hauptgrund genannt.

Es ist wirklich wünschenswert, wenn dieses Treffen Anlass wäre, die gesammelten Erfahrungen in die weitere Verbesserung der ohnehin schon qualitativ und quantitativ (über 800 Unterrichtsstunden!!) sehr hochwertige Ausbildung zukünftiger Natur- und Landschaftspfleger zu investieren. Wir alle waren uns einig, dass dieses Treffen unbedingt jährliche Nachauflagen erfahren sollte.

Besonders erfreut waren wir, dass bei der Veranstaltung der ehemalige Leiter der „Landeslehrstätte für Naturschutz und Forsten“, Dr. Dieter Martin, unter uns weilte – der „Nestor“ der Naturschutzbildung in Mecklenburg-Vorpommern und langjährige Leiter der ersten Naturschutz-Bildungsstätte Deutschlands – dem „Müritzhof“. Er prägte bei diesem Treffen ein Zitat, das mir wohl noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird:

„Anerkennung kommt stets von außen

Wie wahr, wie wahr...

Carsten Wagner, Ranger im Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“

 

Elche in der Lausitz - Offenlandprojekt präsentiert Elchkalender

Lange ist es her, seit der Elch in Mitteleuropa verschwunden ist. Seit Anfang der 1960er Jahre aber wurden in der Lausitz immer wieder Elche beobachtet. Es waren aus östlichen Elchgebieten zugewanderte Einzeltiere. Seit dem Herbst 2001 allerdings leisten drei Elche in der Lausitz Dienste für die Wissenschaft.

„Elche in der Lausitz“ heißt der soeben erschienene Tischkalender 2003 zum Elchprojekt (siehe Bericht in den letzten Naturwachtblättern).

Wer die Elche noch nicht selbst gesehen hat, dem seien die eindrucksvollen Fotos „Impressionen aus dem Elchgatter“ ans Herz gelegt. Im Vordergrund stehen natürlich Elchbulle Toke und seine Gefährtinnen Kristina und Runa. Es werden aber auch die im Projekt „mitarbeitenden“ Ziegen und Schafe vorgestellt und Informationen zum Projekt vermittelt. Und dass es schon immer Elche in der Lausitz gab, beweist ein Foto von einem 1969 bei Kreba beobachteten Elchbullen.

Der Kalender kann beim lutra-Verlag in Klitten (Tel.: 035895-50389) zum Preis von 6,50 €  + Versand bezogen werden.

IRF-Neuigkeiten


Die gibt es - und zwar in Form des Informationsblattes vom August 2003. Es umfasst ca. elf Seiten, was soviel wie einen Rekord bedeutet.

Die Seiten sind gut gefüllt mit Berichten, Informationen aus den einzelnen Mitgliederverbänden, auch Nöte, Sorgen und Fortschritte finden hier Platz, z.B. berichtet der Präsident Rick Smith von der US-amerikanischen Ted Turner Stiftung, die bereit ist, der IRF in den Jahren 2002 und 2003 jeweils 30.000 US$ zu stiften, die helfen sollen, die IRFC (die IRF Consultancy) finanziell auf eigene Füße zu stellen... Oder es ist über den Aufruf zu den Vorstandswahlen der IRF zu lesen... Selbst der Ort für den IRF-Congress 2005 wird schon diskutiert, wird also zu einer „festen Größe“ für die Ranger... Oder wir treffen Ronald Mora aus Costa Rica wieder (Naturwachtreffen im Nationalpark Sächsische Schweiz 1998), der Rick Smith, den IRF-Präsidenten, in der Dominikanischen Republik bei der Durchführung der ersten Rangerfortbildung dort begleitet hat... und und und. Es scheint die ersten Kinderschuhe müssen den Juniorstiefeln weichen und IRF wird erwachsen. Gratulation!

(Wer möchte, kann das Blatt beim Herausgeber Bill Halainen abrufen: Bill_Halainen@nps.gov, oder noch besser uns den Brief übersetzen und zur Verteilung übersenden!)

TOPAS-Projekt

Unglaubliche zwei Jahre sind ins Land gegangen; in bewundernswerter Ernsthaftigkeit und Emsigkeit, allen nationalen Eigenheiten zum Trotz, sind wie im Projekt vorgesehen mit außerordentlich viel Disziplin mehrere Unterrichtmodule für ein für europaweit geltendes Ausbildungsprogramm für Schutzgebietsmitarbeiter erarbeitet und getestet worden. die Internetseite ist mittlerweile gut bestückt und kann eingesehen werden:

www.topas.mtnforum.org

Über ein Nachfolgeprojekt wird derzeit beraten und die Beantragung bei der EU vorbereitet, um einen gehörigen Vorlauf zu haben, wenn die Ausschreibungen für die neue LEONARDO-Runde im Januar 2003 beginnen wird, also toi, toi, toi. IRF und damit ein klein wenig auch der Bundesverband Naturwacht e.V. werden da sicher mit im Boot sitzen. Dabei ist für den Zweig der Ranger besonders wichtig, dass nach TOPAS I und II auch wirklich ein greifbares Ergebnis erreicht wird: das europäischen Zertifikat für Mitarbeiter in Schutzgebieten (wie das Zertifikat einmal heißen wird, steht erst fest, wenn der „Berg“ Bürokratie abgetragen und ein „paar“ Diskussionen überwunden sind). Das ist der Punkt, an dem sich die IRF ganz speziell orientieren wird und auch eigene Gedanken entwickelt hat (nachzulesen auf: www.ranger-irfc.com bzw. über www.int-ranger.net).

Vierter Weltkongress in Australien

Ja, es ist gelungen! Die deutsche Mannschaft wird auf diesem Kongress nicht nur aus einer Person bestehen: wir werden mit vier Rangern dort erscheinen und erstmals „Masse“ zeigen, was mich persönlich ganz besonders freut. Die Begegnung mit den zu erwartenden 300 Berufskollegen wird wieder einmal, allein schon von der Absicht des Treffens her, grandios werden von der ersten bis zur letzten Minute... (na ja und die Reparatur des Daches zu Hause muss eben noch warten!)

...in eigener Sache

Unser Verband lebt von der Aktivität seiner Mitglieder! Auch wir haben uns weiterentwickelt, wir stellen mittlerweile durchaus eine Größe dar! Jetzt sage ich nicht aber..., sondern sage: die zu bewältigende Arbeit ist vom Vorstand alleine ehrenamtlich nicht mehr durchführbar.

Ein Lichtblick ist die Weitergabe der Redaktion unserer Info-Blätter an unser neues Vorstandsmitglied Carsten Wagner (siehe Impressum). Eure Informationen füllen das Blatt, also unterstützt ihn: schnell zu verarbeiten sind Beiträge über Email bzw. Disketten. Na ja, hat doch jeder was zu berichten!

Das Übersetzen des alle viertel- bis halbe Jahre erscheinenden IRF-Newsletter wäre eine echte Hilfe, um die wirklich interessanten Infos weiterzugeben, ehrenamtliche Arbeit bedeutet auch immer das Verständnis der Familie dafür, aber (jetzt sage ich aber, und ich jammere bestimmt nicht oft) manchmal geht die Familie vor.

Will damit sagen: Wir sind ein Bundesverband, der bundesweit aktiv sein sollte. Dass wir gefragt sind, bestätigt vielleicht die folgende Email-Anfrage vom 23. September 2002:

„Sehr geehrte Frau Flemming, vielleicht können Sie mir helfen, da ich mich gerne beruflich verändern möchte und gerne im Bereich Natur- / Artenschutz tätig werden würde, hoffe ich, dass Sie mir vielleicht im Bezug auf Ansprechpartner oder Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland Tipps geben können. Leider kann ich in diesen Bereichen überhaupt keine bisherigen Tätigkeiten in welcher Form auch immer aufweisen, außer meiner Faszination von Natur und Tier und dem Bewusstsein, dass etwas getan werden muss, um diese zu schützen und zu erhalten. Vielleicht gibt es ja in Form einer Ausbildung in Naturschutzgebieten o.ä. Möglichkeiten, in diesen Bereichen unterzukommen, denn ein Studium würde für mich nicht in Frage kommen, da ich dieses Jahr 29 Jahre alt werde und ich hierfür auch aus meiner Sicht schon zu "alt" bin. Mir ist wohl bekannt, dass man über andere Berufe wie z.B. dem Forstwirt die Fortbildung des Natur- und Landschaftspflegers erlangen kann. Mir wäre es nun aber auch wichtig zu wissen, ob es eben nicht doch einen direkteren Weg gibt und ob es neben dem Natur- und Landschaftspfleger auch noch andere berufliche Möglichkeiten in dieser Richtung gibt. Ich hoffe, Sie können mir helfen und bedanke mich schon einmal recht herzlich vorab für Ihre Mühe. Mit freundlichen Grüßen, Ixx Rxxxxxx“

...was soll ich also antworten?

In dem Sinne, liebe Mitglieder,

Heike Flemming

Rangerhüte ...

Wie bereits vorn schon einmal vermerkt, gibt es Neuigkeiten in Sachen Rangerhut. Ursprünglich sollten die Hüte für interessierte Ranger bei der Firma Grube bestellt werden. Deren Preisgestaltung war aber weit jenseits unserer Vorstellungen, so suchte und fand Jürgen Holzhausen ein günstigeres Angebot in Übersee. Eine amerikanische Firma bietet Rangerhüte zu einem Preis von unter 50,-€ an. Unter folgender Internetseite findet Ihr den Rangerhut:

            www.villagehatshop/product542.html

Bitte bestellt Euch dann dort selbst den Hut, indem Ihr „ADD TO CART“ anklickt.

 

Buchbesprechungen


„Walden oder Leben in den Wäldern

(Henry David Thoreau; Diogenes-Verlag Zürich; Preis 9,99 €, ISBN: 3 257 20019 6)

Ein Buch, über das Hermann Hesse schrieb: „Die amerikanische Literatur, so kühn und großartig sie ist, hat kein schöneres und tieferes Buch aufzuweisen.“

Wer von uns tat es noch nicht – zu träumen von einem Leben in den Wäldern: schlicht in einer Blockhütte und nur umgeben von den Elementen...?!

Doch was lenkt uns zu diesem Traum? Sicher oft Abenteuerlust, häufig gepaart mit Alltagsfrust. Selten nur die eigene Lebenseinstellung, die abweicht vom „Normalen“.

Für Thoreau war das einsame Leben am Waldensee „nur“ ein Experiment, um zu beweisen, dass das „wirkliche Leben“ (wie er es nennt) noch machbar ist. In seinen Aufzeichnungen schildert er niemals das „Überleben in der Wildnis“ – vielmehr das „Leben mit dem Wilden“, fernab sozialer, subjektiver Gesetze. Er praktizierte schlicht die „Weigerung“ -gänzlich ohne offene Appelle- und schuf  somit unbewusst (?) sechs Jahre nach dem „Kommunistischen Manifest“ von Marx und Engels ein Alternativprogramm zur Weltrevolution. Er mochte wohl auch so lange nicht warten.

Die von ihm geschaffene zweite klassische Protestform des 19. Jahrhunderts wirkt bis heute fort und scheint gerade nach dem Scheitern des sozialistischen Systems noch genauso aktuell wie damals. Er inspirierte damit die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, die französische Résistance, englische Gewerkschaften, Mahatma Gandhi und schließlich auch Hippies und Wehrdienstverweigerer.

Mit seinem Leben am Waldensee erkannte Thoreau den Wert der Wildnis neben dem des Ackers, der uns das Brot bringt. Und das zu einer Zeit, in der man gerade in Nordamerika den Sinn der Erde vorrangig darin sah, sie sich Untertan zu machen – es gibt ja so viel davon!

1862, zehn Jahre vor der Gründung des weltweit ersten Nationalparks, dem „Yellowstone“, stirbt Henry David Thoreau erst 45-jährig. Die Grabrede hielt Ralph Waldo Emerson – wie Thoreau ein Pionier des Wildnisgedankens.

Erst über 100 Jahre nach Thoreaus Tod wurde mit der Gründung des ersten deutschen Nationalparks „Bayerischer Wald“ endlich die „Initialzündung“ gesetzt, den Gedanken auch hierzulande umzusetzen.

Mögen Thoreaus Ideen, gepaart mit unserer täglichen Arbeit, dazu beitragen, dass es nicht noch mal 100 Jahre dauert, bis die Bedeutung der Wildnis deutschland- und europaweit „richtig“ erkannt wird!

Carsten Wagner, Ranger im Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“

 

"ArcView-Kochbuch  Praktische Anleitungen für Ökologie, Naturschutz und Landschaftsplanung"

(Jan Gahsche & Peter Bens, lutra-Verlag, 2002, Preis: 55,- €, ISBN: 3-936412-99-5)

Computer-Handbücher sind wohl eine häufig als langweilig empfundene Sparte der Literatur, denen man sich in der Regel mehr gezwungenermaßen als mit wirklicher Begeisterung widmet. Da kommt ein neues ArcView-Kochbuch daher, was im Layout, Format und Titel zunächst ungewöhnlich erscheint, doch aber schnell Interesse wecken kann. In ungewöhnlich eingängiger und erfrischender Sprache findet hier der ArcView3.x-gestresste Anwender nachvollziehbare und wirklich funktionsfähige Rezepte, die ihm den Umgang mit dem Desktop-GIS-System in vielfältiger Form vereinfachen und anwendungsbezogene Lösungen für unterschiedlichste, im Schwerpunkt landschaftsplanerische und ökologische Sachverhalte eröffnet. An einen breiten Anwenderkreis der Fachrichtungen Ökologie, Umweltforschung, Naturschutz und Landespflege gerichtet, werden in der Regel grundlegende ArcView-Kenntnisse im Rahmen der Programmhandbücher vom Leser vorausgesetzt. Dort, wo das normale Handbuch den Anwender jedoch häufig in die Eigenständigkeit entlässt, setzt das ArcView-Kochbuch mit praxisnahen Hinweisen sowie kompletten Handlungsanweisungen für komplexere GIS-Aufgaben - den sogenannten „Kochrezepten“ -  an, wobei eine Vielzahl unterschiedlichster Erweiterungen verständlich eingearbeitet wurden (viele erfreulicherweise auf Begleit-CD gleich nutzbar). Das Buch versucht, die gesamte Breite der Erstellung von GIS-Anwendungen abzudecken, beginnend bei der Datenbe- und -verarbeitung bis hin zur Ergebnispräsentation. Dass dabei im Rahmen eines Kochbuches nicht alle möglichen Rezepte der GIS-Anwenderpraxis gleichermaßen umfassend abgehandelt werden können, erscheint verständlich, umso mehr erfreut es den noch unkundigen ArcView-Nutzer, dass endlich auch eine entschlüsselbare Einführung in die Avenue-Programmierung geboten wird. Zusammenfassend kann das ArcView-Kochbuch als durchaus gelungen und mindestens für den erwähnten Anwenderkreis als sehr empfehlenswert betrachtet werden.

Dipl. Biol. M. Hölzel (Fachbereich Landbau/Landespflege der HTW-Dresden)

 

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